Entwicklung des Taekwon-Do unter Gen. Choi Hong-Hi

Choi Hong-Hi (* 9. November 1918 in Kankyōo-hokudo, damaliges Japanischchoi8es Kaiserreich, heutiges Nordkorea; † 15. Juni 2002 in Pjöngjang, Nordkorea) war ein südkoreanischer General und Mitentwickler der Kampfsportart Taekwondo.

Im Alter von zwölf Jahren wurde er wegen Aufwiegelung gegen das Japanische Kaiserreich, in welches 1910 Korea eingegliedert wurde, aus der Schule ausgeschlossen. Deshalb schickte ihn sein Vater zu einem Privatlehrer, Han Il-Dong. Dieser war nicht nur einer der berühmtesten Lehrer der Kalligraphie (Schönschreibkunst), sondern – laut Aussage Chois – auch ein Meister des Taekyon.

1938 wurde Choi zur Weiterbildung auf die japanischen Hauptinseln gesandt. Dort erlernte er die japanische Kampfkunst Shotokan Karate und erlangte nach zwei Jahren Training den schwarzen Gürtel I. Grades (später auch noch den II.).

Nach der Niederlage der Japaner 1945 war das Interesse vorhanden, das Taekyon der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und es erfolgte schnell eine allgemeine Verbreitung. In dieser Zeit entstand eine Bewegung unter der Führung von General Choi, Hong Hi mit der Aufgabe, das Taekyon neu zu ordnen und eine umfassende äußere Organisation zu entwerfen. Im Rahmen dieser Neuordnung änderte er auch unter Mithilfe eines Komitees, dem bedeutende Persönlichkeiten Koreas angehörten, den Namen des Taekyon in Taekwon-Do, was soviel wie „der Weg des Fußes und der Hand“ heißt. Zwischen 1950-1953 entwickelten die Meister Südkoreas unter Leitung von General Choi Hong Hi ein neuen Kampfsport nach dem japanischem Modell

Am 11. April 1955 wurde der neuen Kampfkunst der Name Taekwon-Do gegeben. Ein Namensgebungsausschuß der sich aus leitenden Militärausbildern, Historikern und führenden Persönlichkeiten des Landes zusammensetzte, entschied sich eindeutig für den von General Choi Hong-Hi vorgeschlagenen Namen.

Dieser eine Name TKD ersetzte die vielen verwirrenden Bezeichnungen, die es bisher gab: Dang Soo, Gong Soo, Taekyon, Kwon Bup etc. Gleichzeitig wurde der erste koreanische TKD-Verband mit dem Namen Tae Soo Do gegründet. Die Kampfkunst verbreitete sich in der Folgezeit unter dem neuen Namen TKD schnell im ganzen Land.

1959 bereiste Choi Hong-Hi mit einem 19köpfigen Demonstrationsteam den fernen Osten, um auch außerhalb Koreas TKD zu verbreiten.

Diese Reise wurde zu einem überwältigenden Erfolg, sowohl im Ausland als auch in Korea selbst. Mit immer neu zusammengestellten Teams bereiste er in den folgenden Jahren Amerika, Europa, den nahen und den mittleren Osten, und viele Mitglieder dieser Teams blieben anschließend in den besuchten Ländern, um TKD zu verbreiten und neue Landesverbände zu gründen.

Am 22. März 1966 wurde in Seoul die INTERNATIONAL TAEKWON-DO FEDERATION (ITF) gegründet. Gründungsmitglieder waren die Landesverbände Arabien, Deutschland, Italien, Korea, Malaysia, Singapur, Türkei, USA und Vietnam. Choi Hong-Hi wurde der erste Präsident der ITF. In den nachfolgenden Jahren kamen zahlreiche neue Landesverbände hinzu. Zur Zeit gehören der ITF ca. 120 Landesverbände an, und die Zahl der Schüler geht in die Millionen.

In der Folgezeit machte er eine steile militärisch-politische Karriere in Südkorea und entwickelte währenddessen die Kampfsportart Taekwondo. 1972 emigrierte er nach Kanada. Von Kanada aus versuchte Choi in seine Heimat in Nordkorea zurückzukehren. 1980 brachte er Taekwondo nach Nordkorea. Vom strikt antikommunistischen Regime in Südkorea wurde er trotz seiner Absichten zur Versöhnung als Verräter gebrandmarkt.

Choi starb am 15. Juni 2002 83-jährig an Magenkrebs in Pjöngjang.